Arabische Musik

Arabische Musik

Unter "Arabische Musik" werden Musikausprägungen der arabischen Welt verstanden, welche darüber hinaus in die populäre und die klassische Sektion eingeteilt werden können. Insbesondere letztere hat oftmals einen religiösen Hintergrund. Das eigentliche kreative Zentrum, also wie Weimar zu den Zeiten des Sturm und Drang, ist lange Kairo gewesen. In der Neuzeit verlor Kairo aber diese künstlerische Vormachtstellung zu Gunsten einer regionalen variablen Ausprägungsvielfalt verschiedener Stile. Ebenso wie in der westlichen Welt genießen erfolgreiche Singer einen Popstar Status und werden von breiten Schichten der Bevölkerung gekannt und gefeiert.

Arabische Musik besitzt neben der eingesetzten Sprache eine Reihe weiterer Wesensmerkmale, weshalb nun kurz auf diese eingegangen werden soll. Zunächst einmal unterscheidet sich bereits das Grundmuster, das heißt die Takt- und Tonstruktur, maßgeblich von europäischen Standards. Dies ist einerseits auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich die Arabische Musik auf ein anderes Tonsystem stützt, welches in seiner Intervallstruktur mit den Vierteltönen unseres Systems vergleichbar ist. Das Tonsystem wiederum entwickelte sich als Reaktion auf die in dieser Region verwendeten Instrumente, welche sich natürlich auch maßgeblich von jenen der westlichen Kultur unterscheiden. Inhaltlich sind die Lieder meist nicht derart losgebunden und frei, wie es bei uns meist der Fall ist. Vielmehr widmet sich ein Großteil der Lieder einem festen Thema, was in der Regel Anlässe wie eine Hochzeit sein können. Des Weiteren ist der Erfolg der Sänger noch verstärkt ein Erfolg des Künstlers in diesen. So hat der Sänger Arabischer Musik sehr viel Spielraum in der Wiedergabe und kann so individuell improvisieren und selbst eine künstlerische Auslebung tätigen.

In der klassischen Ausprägung verfügt die Arabische Musik über ein breites Spektrum traditioneller Instrumente. Dass sich diese an den damaligen Gebrauch und die Funktionalität umherziehender Nomadenstämme richten zeigt die Rabab, bei welcher es sich um eine halbe Kokusnussschale handelt, über welche eine Saite gespannt ist.

Die Arabische Musik heutzutage befindet sich in einem regelrechten Zwiespalt. Einerseits existiert natürlich die Bewegung, welche sich an westlichen Standards orientiert und klassisch arabische Elemente zusehends missen lässt. Die Opposition hierzu bildet das konservative Lager, bei welchem es sich um Musiker handelt, welche sich auf klassische Stile zurückbesinnen oder diese mit neuen Einflüssen kombinieren.

Auch in Deutschland finden immer wieder Vorführungen arabischer Musik statt. Wer gewillt ist eine solche zu besuchen, brauch sich keine Sorgen über die Wahl der Kleidung machen. Die Damen beispielsweise könnten sich zwar ein arabisches Abendkleid, welches eine hübsch verschnörkelte Stickerei aufweist, besorgen und am besagten Abend tragen, vorausgesetzt wird dies aber noch lange nicht. Schließlich freuen sich vor allem die Musiker um jeden interessierten Gast.